Obstbau im Klimawandel
„Man wird sich an den Sommer 2026 in Zukunft als an einen der kühleren erinnern“- so lautet eine der ernüchternden Prognosen der Klimaforscher angesichts des momentanen und zurückliegenden Extremwetters. Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen machen (nicht nur) unseren Obstbäumen sichtbar zu schaffen und wieder werden wohl wie schon nach den Dürresommern 2018-20 einige von ihnen im kommenden Jahr nicht mehr austreiben. So ist es insgesamt fraglich, ob bzw. inwieweit das momentan angebaute Sortenspektrum aus Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Kirschen zukunftsfähig ist, da die Bäume dieser Obstsorten insbesondere unter langen Trockenheitsphasen und Hitzetagen zunehmend leiden. Beim Gang über unsere Wiesen fallen immer mehr unter Streß stehende oder bereits abgestorbene Bäume auf, insbesondere den Birnen machen die Veränderungen so massiv zu schaffen, daß der Verlust zumindest eines Großteils dieser Bäume wohl lediglich eine Frage der Zeit ist. Wissenschaftliche Untersuchungen an Apfelbäumen haben zwar ergeben, daß einige wenige alte und auch neue Sorten ein gewisses Maß an Robustheit gegenüber Hitze und Trockenheit aufweisen, Voraussetzung sind jedoch Standorte mit guten Bedingungen vor allem im Hinblick auf die Bodenqualität, die auf der klassischen Obstwiese eher weniger gegeben sind.
Die Obstbäume der Zukunft werden in unseren Breiten wohl eher Maulbeeren, Esskastanien, Mandeln, Feigen und Kakifrüchte sein, es bleibt abzuwarten, inwieweit die zu erwartenden Ausfälle mit diesem "Obst" kompensiert werden können.
