Pappringe gegen Apfelwickler

Um Schäden durch den Apfelwickler („wurmiges“ Obst) zu reduzieren, können jetzt an Kernobstbäumen Madenfanggürtel angebracht werden. Dazu ca. 15-20cm breite Streifen aus Wellpappe (z. B. aus Kartonagen) in etwa 50-80cm Höhe stramm um den Stamm binden. Dabei spielt es keine Rolle, wenn der Stammquerschnitt keinen durchgehenden Kontakt zulässt, denn die am Stamm aufsteigenden Maden des Apfelwicklers suchen die Pappringe gezielt als Versteck für ihre weitere Entwicklung auf. Bei regelmäßigen Kontrollen (ca. alle 1-2 Wochen) werden sie abgesammelt oder der Pappring ausgetauscht. Damit wird die Anzahl der Apfelwickler, kleinen, unscheinbaren Nachtfaltern, reduziert, was vor dem Hintergrund, daß jeder weibliche Falter ab August bis zu 100 Eier einzeln an reifende Früchte ablegt, eine durchaus lohnenswerte Mühe ist.

Leimringe oder Stammbeleimungen haben übrigens gegen den Apfelwickler keine Wirkung, da die Falter flugfähig sind und ihre Entwicklung einfach unterhalb der Leimbarriere abschließen und danach in die Krone fliegen.

Der Entwicklungszyklus der Apfelwickler verläuft folgendermaßen: Unter Borkenschuppen überwintern die verpuppten Maden des Apfelwicklers und schlüpfen je nach witterungsbedingtem Verlauf des Frühjahrs etwa Ende April bis Mai. Diese erste Generation legt ihre Eier an den ganz jungen Früchten (bevorzugt von Äpfeln) ab, die schlüpfenden Maden bohren sich in die Früchte ein und fressen sich bis zu den Kernen. Da die Aufmerksamkeit der Baumbesitzer in dieser Phase nicht unbedingt einzelnen Früchten gilt, bleibt dieser Befall oft unbemerkt. Nicht unbemerkt bleibt der Befall jedoch durch den Baum selbst, der die befallenen Früchte abstößt, worauf sie im Rahmen des Junifruchtfalls zu Boden fallen. Sehr häufig sind die Maden des Apfelwicklers in diesen Früchten noch vorhanden, sie verlassen diese nun und machen sich auf den Weg Richtung Stamm. Dort angekommen, suchen sie sich ein Versteck unter Rindenschuppen und entwickeln sich dort bis Ende Juli/ Anfang August zur 2. Generation der Falter. Die Schäden, die von dieser 2. Generation verursacht werden, können erheblich sein, im Zuge der Klimaerwärmung wurde auch schon die Entwicklung einer weiteren, also 3. Generation beobachtet.

Auf Grund des großen Schadpotentials muss also jede Möglichkeit genutzt werden, den Apfelwickler zu bekämpfen, dies kann durch die Förderung von Nützlingen wie Ohrenkneifern, Singvögeln und Schlupfwespen geschehen, aber auch durch das Anbringen von Pappringen wie oben beschrieben und ständiges, konsequentes Aufsammeln von Fallobst.

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