Holzzersetzende Pilze

Ein Wunder der Natur ist zweifellos das Holz und es dürfte wohl nur wenige Menschen geben, die nicht schon einmal darüber gestaunt haben, welch große Lasten und Hebelverhältnisse über doch relativ geringe Ast- und Stammquerschnitte abgeleitet werden. Dies wird durch zwei im Holz enthaltene Komponenten ermöglicht: den Zellulosefasern, die der Aufnahme von Zug- und „Biegungskräften“  dienen und dem Holzinhaltsstoff Lignin, der dem Holz seine Druckfestigkeit verleiht. Erstaunlicherweise hat die Natur lange gebraucht um einen Weg zu finden, Holz wieder zu zersetzen. Bis heute sind ausschließlich sog. holzzerstörende Pilze in der Lage, Holz vollständig in seine Grundbestandteile zu zerlegen und wieder in pflanzenverfügbaren Humus zu verwandeln. Allein in Deutschland existieren über 1000 Arten, einige gedeihen nur auf Totholz, andere dringen über Wurzeln oder Verletzungen der Rinde in lebende Gehölze ein. Neben Generalisten, die das Holz allgemein zersetzen, gibt es dabei auch Spezialisten, die nur Zellulose oder nur Lignin abbauen. Im ersten Fall bleibt sprödes, würfelbrüchiges, braunes Material übrig („Braunfäule“), im zweiten Fall helles, weiches, faseriges Material („Weißfäule“). Im fortgeschrittenen Befallsstadium werden die typischen Fruchtkörper ausgebildet, ihr Entfernen beugt jedoch lediglich der Infektionsausbreitung vor- eine „Heilung“ ist nicht möglich. Ggf. empfiehlt es sich, beim Auftreten von Fruchtkörpern die Standfestigkeit der betroffenen Bäume zu prüfen. Übrigens: Vor der Entstehung der holzzersetzenden Pilze vor ca. 300Mio Jahren blieb abgestorbenes Holz einfach liegen ohne zu verrotten. Aus ihm bildeten sich im Laufe der Jahrmillionen Braun- und Steinkohle.

Im Bild der Fruchtkörper des "Zotteligen Schillerporlings", einem Weißfäulepilz, der neben Apfel, Mehlbeere und Walnuss auch andere Laubgehölze befällt und häufig zu Astbruch von Starkästen direkt am Stamm führt, bevor der befallene Baum komplett abstirbt.

Zurück zur Übersicht