Frostspanner
Wenn Sie aktuell an Ihren Obstbäumen löchrige oder gar bis auf die Mittelrippe abgefressene Blätter finden, ist möglicherweise der Frostspanner am Werk. Die Raupe dieses unscheinbaren Schmetterlings beschädigt neben dem Laub auch die noch kleinen Früchte, die dann eine meist schwarzgefärbte, stecknadelkopfgroße, runde Fraßstelle aufweisen, die aussieht wie herausgelöffelt- daher auch die Bezeichnung „Löffelfraß“. Derart beschädigte Früchte stößt der Baum in der Regel ab, verbleiben sie in Ausnahmefällen allerdings doch, entwickeln sie bis zur Reife starke Deformationen.
Wer in der Nähe des Befalls nach eingerollten und meist zusammengesponnenen Blättern sucht, findet darin eine je nach Entwicklungsstadium zunächst winzige, später bis zu ca. 30mm lange Raupe, die je nach Art grün bis rotbraun gefärbt ist. Der Fraß im Baum erfolgt bis etwa Anfang Juni, danach seilen sich die Raupen an einem Spinnfaden auf den Boden ab, wo die weitere Entwicklung zum Schmetterling erfolgt. Frostspanner können bei massenhaftem Befall zu ernstzunehmenden Ertragseinbußen führen, im Allgemeinen halten Nützlinge die Zahl der Raupen jedoch in einem unbedenklichen Rahmen. Neben Obstbäumen werden übrigens auch Laubbäume und hin und wieder auch Beerensträucher befallen.
Die Bekämpfung des Frostspanners erfolgt üblicherweise mit Leimringen, die ab Mitte Oktober um den Stamm angelegt werden, da die flugunfähigen Weibchen des Schmetterlings mit einsetzendem Frost an den Stämmen der Bäume emporwandern. Wichtig ist dabei, auch die Stützpfähle zu beleimen, damit ein Umgehen der Leimbarriere nicht möglich ist. Auch sollten die Leimringe immer wieder auf anhaftende Blätter, Grashalme usw. kontrolliert werden, die von den Tieren als "Brücke" über den Leim genutzt werden könnten. Außerdem hat es sich bewährt, den Leim Ende Februar/Anfang März zu erneuern, damit aus unterhalb des Leimrings abgelegten Eiern schlüpfende Räupchen keine Möglichkeit erhalten, über schadhafte Leimringe in die Baumkrone zu wandern. Die Leimringe sollten andererseits jedoch eher sparsam eingesetzt werden, da auch Nützlinge bis hin zu kleinen Vögeln (z. B. Baumläufer) gefangen werden können. Aus diesem Grund sind die Leimringe mit dem Austrieb der Bäume zu entfernen.
Verwechslungsmöglichkeit besteht mit den Raupen der Apfelbaumgespinstmotte, bei der sich jedoch jeweils viele Raupen in einem Gespinst befinden und die zwar größere Schäden am Laub verursachen kann, die Früchte jedoch meist in Ruhe lässt und die deshalb in der Regel nicht bekämpfungswürdig ist.
