Der Japankäfer- ein invasiver Schädling auf dem Vormarsch
Der Japankäfer ist ein ursprünglich aus Japan stammender Schädling, der sich bereits im frühen 20. Jahrhundert über die USA ausgebreitet hat, im weiteren Verlauf die Azoren besiedelte und 2014 erstmals in Norditalien als etablierte Population gefunden wurde. 2024 erreichte der Käfer Basel und hat damit den Sprung über die Alpen geschafft, 2025 erfolgte eine Käfersichtung in Ludwigsburg. Momentan wird versucht, den Käfer durch gezielte Bekämpfung wieder zurückzudrängen, wobei vermehrte Funde in Südbaden wenig Hoffnung machen, daß langfristig mehr als eine Verzögerung der Ausbreitung erreicht werden kann.
Schadwirkung entfalten die Engerlinge durch Wurzelfraß an zahlreichen Pflanzen, bevorzugt an Gras, aber auch an Tomaten, Erdbeeren u.a.. Die Käfer selbst ernähren sich von Blättern und Früchten von über 400 Pflanzen, darunter auch zahlreiche Nutzpflanzen wie Beeren, Obst, Bohnen usw. Große Schäden werden auch an Rosen und Laubgehölzen angerichtet, wobei die Käfer gerne in Gruppen auftreten und einzelne Pflanzen vollkommen kahlfressen.
Der Käfer ist 0,8-ca. 1,1cm groß, was etwa dem Durchmesser eines Kugelschreibers entspricht. Seine Körperform ist länglich und "typisch käferartig", sie erinnert etwas an einen sehr kleinen, etwas gedrungenen Maikäfer. Die Flügeldecken sind braun und leicht längsgerippt, auffallend sind besonders der grünglänzende Kopf- und Halsschild sowie 5 kleine weiße Haarbüschel auf jeder Seite im Bereich unterhalb der Flügeldecken. Außerdem befinden sich am Ende des Hinterleibs zwei weitere weiße Haarbüschel.
Der Japankäfer ist flugfähig, wenn auch kein besonders effektiver Flieger, seine Ausbreitung erfolgt derzeit eher über die Verbringung von Käfern mit Fracht oder an Fahrzeugen in bisher nicht erschlossene Regionen. Besonders problematisch sind deshalb Pflanzen- und Erdtransporte über weite Strecken, aber auch Urlaubsreisen in Gebiete mit Käferbefall stellen ein Verbreitungsrisiko dar. Suchen Sie daher nach Reisen in Befallsgebiete Ihr Gepäck und Ihr Fahrzeug gründlich nach "blinden Käferpassagieren" ab und verzichten Sie möglichst darauf, Pflanzen aus Käfergebieten zu importieren.
Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg hat eine Seite mit ausführlichen Informationen und Bildern geschaltet. Käfersichtungen oder Verdachtsfälle können unter pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de gemeldet werden, ein Foto des Käfers und der genaue Fundort müssen dabei mitgeteilt werden. Zur Seite des LTZ
